Bücher über die Stadt die mich inspiriert haben

wiener melange

Wiener Melange – Frauen zwischen Salon und Kaffeehaus
von Heike Herrberg und Heidi Wagner, erschienen in der Edition Ebersbach

Bei diesem Titel würde man an den Klassiker der Wiener Kaffeehauskultur denken. Dahinter verbirgt sich aber ein Buch über die Wiener Salonkultur um 1900 und die Geschichte jener Frauen, die das Kunst- und Kulturleben der Stadt geprägt haben. Es wird darin sowohl die Geschichte von Frauen wie Berta Zuckerkandl erzählt, in deren Salons über dem Kaffee Landmann sich Alma Schindler und Gustav Mahler kennen lernten und wo sie junge Talente wie Gustav Klimt oder Oskar Kokoschka förderte. Aber auch jene wie die Geschichte der Reformpädagogin Eugenie Schwarzwald, die im Wien um 1911 nicht nur als erste Frau eine Schule leitete, sondern auch völlig neue pädagogische Wege in der Schulbildung ging, wie gemischte Schulklassen, angstfreies Lernen, die Möglichkeit für Mädchen zu maturieren oder der Turnunterricht am Dach der Schule für Mädchen ohne Korsett. Das Buch ist für all jene eine Empfehlung, die in das Wien um die Jahrhundertwende eintauchen wollen; in die Zeit der großen sozialen Umbrüche und Reformen.  Es ist eine biografische Aufarbeitung der Pionierinnen aus Kunst und Kultur, die auf Grund ihrer Religion im Naziregime migrieren mussten oder ums Leben kamen und  aus dem kollektiven Gedächtnis der Stadt verschwunden sind.

Die Anarchie der Vorstadt – Das andere Wien um 1900
von Wolfgang Maderthaner und Lutz Musner, erschienen im Campus Verlag

In diesem Buch wird ein bislang im Verborgenen liegendes Stück Stadtgeschichte aufgearbeitet, es wird eine historische Reise durch die Kämpfe der Arbeiterschaft und Revolten in der Vorstadt unternommen.

Der 17.September 1911 geht in die Annalen der Stadtgeschichte als „Tag der Hungerrevolte in den Wiener Vorstädten“ ein, wo 100 000 Menschen ihre Stimmen erhoben, die in der Öffentlichkeit sonst keine hatten. Mit Ausnahme von Zeitschriften wie der„Gleichheit“, in welcher Viktor Adler schon 1888 über die Lage der Ziegelarbeiter am Wienerberg und die unhaltbaren Arbeits- und Lebensbedingungen schreibt, blieb das Elend der Arbeiterschaft verborgen. Der Alltag der ArbeiterInnen war von dem Kampf mit der Inflation und den damit verknüpften steigenden Lebensmittelpreisen bestimmt, sowie von desolaten Wohnbedingungen und überhöhten Mietpreisen, als ein Resultat von Spekulationen mit Baugrund. Wolfgang Maderthaner und Lutz Musner werfen einen Blick auf jene Zeit, die von sozialen Umbrüchen und der Revolution der Vorstadt geprägt war. Sie skizzieren die Lebenswelten des Proletariats in den Vorwehen jener Zeit, die von Sozialreformen geprägt war, wie der Mietpreisregulation und der damit verknüpft der Geburtsstunde des roten Wiens.

Der gesamte Beitrag wurde 2012 von mir für stadtbekannt veröffentlicht

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